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BIO-Hof Johanna Krimbacher und Mathias Walch

  • Kirchberg/Aschau

2025 hat Johanna gemeinsam mit ihrem Partner Mathias den elterlichen BIO-Hof übernommen. Der Betrieb verbindet das Leben im Tal mit der Arbeit auf der eigenen Alm. Von Mai bis September verbringen Kühe und Jungvieh dort den Sommer. Den Rest des Jahres werden die Tiere am Hof versorgt.

Im Mittelpunkt steht ganzjährig produzierte BIO-Heumilch (im Sommer die BIO-Almmilch) für Zurück zum Ursprung. Artenreiche Wiesen, der Erhalt der Alm und ein bewusster Umgang mit Ressourcen sind für die beiden wichtige Grundlagen. Denn auch die nächste Generation soll hier erfolgreich Landwirtschaft betreiben können.

 

Brügglbach 26
6365 Kirchberg/Aschau

Steckbrief

  • Name
    Johanna Krimbacher & Mathias Walch
  • Hofname
    Hinterkrimbach (dazugehörige Alm: Unterschnappalm)
  • Betriebsübernahme
    2025
  • Fläche
    gesamt ca 60 ha (Alm, Grünland und Wald)
  • Tierbestand
    12 BIO-Heumilchkühe, 9 Stück Jungvieh
  • In Familienbesitz
    seit 1428
  • Partnerbetrieb
    seit 2006

Aus der Region Kitzbüheler Alpen

Bergbauern BIO-Heumilch ist eine der besten überhaupt. In den Kitzbüheler Alpen halten Ursprungs-Bauern und -Bäuerinnen ihre Kühe auf bis zu 1.900 m Seehöhe. Solch wundervollen Ausblick haben nur wenige Kühe.

Interview

  • Wie bist du dazu gekommen, Bäuerin zu werden?

    Als Jüngste von 4 Schwestern habe ich gemeinsam mit meinem Partner 2025 den elterlichen Betrieb übernommen. Ich bin gerne in der Natur und mag die Tiere und die Abwechslung, die das Leben und Arbeiten am Bauernhof mit sich bringen. Auch Mathias hat eine große Leidenschaft zur Landwirtschaft, die ihm schon als Kind am Hof seines Onkels mitgegeben wurde.

  • Warum war für euch klar, biologisch weiterzumachen?

    Da meine Eltern den Hof schon biologisch geführt hatten, war es selbstverständlich so weiterzumachen. Wir schätzen ehrlich erzeugte, naturbelassene Lebensmittel. Die Umwelt und die Tiere liegen uns sehr am Herzen.

  • Was möchtet ihr für die nächste Generation bewahren?

    In 30 Jahren sollen unsere Felder und Wiesen ertragreich und voller Artenvielfalt bleiben. Uns ist besonders wichtig, unsere Alm zu erhalten. Sie ermöglicht es uns, die Tiere artgerecht zu halten und genügend Heu für den Winter ernten zu können. Wir hoffen auch, dass in 30 Jahren noch unsere Milch vom Milchsammeltank, sowohl im Tal als auch auf der Alm abgeholt wird.

  • Was bedeutet klimafitte Landwirtschaft für euch?

    Für uns ist es keine Frage von Antrieb, sondern selbstverständlich nachhaltig zu wirtschaften. Wir sind der Meinung, jeder sollte seinen Beitrag für die Umwelt und das Klima leisten. Außerdem möchten wir nur so viele Ressourcen verbrauchen, dass auch die nächste Generation erfolgreich Landwirtschaft betreiben kann.

  • Welches Produkt macht ihr für Zurück zum Ursprung zu etwas Besonderem?

    Wir produzieren ganzjährig BIO-Heumilch, von Mai bis September auf unserer eigenen Alm und das restliche Jahr zuhause am Hof.

  • Wann ist für dich die intensivste Zeit im Jahr?

    Grundsätzlich ist die Arbeit mit Tieren immer ein 365-Tage-Job. Egal ob Wochentag oder Feiertag, die Kühe müssen täglich versorgt und zwei Mal am Tag gemolken werden.


    Besonders arbeitsintensiv ist bspw. der Mai. Als Nebenerwerbsbauern sind wir wochenends meist beim Zäunen auf der Alm und machen den Stall und die Almhütte bereit für die Almsaison. Ende Mai treiben wir Kühe und Jungvieh auf die Alm und nebenbei stehen auch im Tal schon die ersten Heuarbeiten an.

  • Was fordert euch im Herbst besonders?

    Auch im Herbst ist viel zu tun, wenn die Kühe ihre Kälber zur Welt bringen. Da kann es auch sein, dass man in der Nacht mehrmals einen Wecker stellt, um die Geburten im Blick zu haben und jede einzelne betreuen zu können.

  • Welche wichtige Arbeit bleibt für Außenstehende oft unsichtbar?

    Damit wir Milch herstellen können, ist besonders wichtig, ein gutes Trächtigkeitsmanagement zu haben. Das Beobachten der Kühe, um sie rechtzeitig belegen zu lassen, ist entscheidend für die Milchproduktion.

  • Was passiert mit den Kälbern auf eurem Hof?

    Einen Teil der Kälber züchten wir selbst weiter, den Großteil verkaufen wir an unseren Nachbarn, der sie zur Produktion von hochwertigem BIO-Fleisch weiterfüttert.

  • Wann zeigt euch die Natur besonders deutlich ihre Kraft?

    Vor den immer häufiger werdenden Unwettern haben wir am meisten Respekt. Der Forstweg zur Alm muss immer wieder kostenintensiv hergerichtet werden. Letztes Jahr hat es im Juni stark gehagelt und die Almweide hat sehr darunter gelitten. Ohne Heulieferungen auf die Alm hätten wir den Almsommer frühzeitig beenden müssen.

  • Was bedeutet Nachhaltigkeit für euch?

    Nachhaltigkeit bedeutet für uns nach bestem Wissen und Gewissen zu wirtschaften und immer weiterzudenken (z.B. nur so viel Kraftfutter wie notwendig füttern, Umstellung von Dieselaggregat auf elektrische Energie auf der Alm).

  • Worauf seid ihr besonders stolz?

    Mit der Hofübernahme war das Jahr 2025 für uns allgemein ein besonderes. In Zeiten, wo immer mehr Stalltüren zusperren, sind wir stolz einen Beitrag für unsere Kultur und Lebensmittelsicherheit zu leisten und weiterzumachen.

  • Was möchtet ihr den Kunden persönlich mit auf den Weg geben?

    Milch ist mehr als ein Lebensmittel mit hochwertigen Inhaltsstoffen. Durch die Milchwirtschaft werden Lebensräume für Mensch und Tier geschaffen und Pflanzen erhalten. Ohne die Beweidung bzw. die Grünlandwirtschaft würden gerade in Tirol viele Almen und (Berg-)Wiesen in kürzester Zeit zu Wald verwachsen. Jeder, der die Vielfalt unserer Graslandschaft schätzt und gerne in der Natur, am Berg unterwegs ist, sollte bewusst zu heimischer Milch greifen.

  • Was ist euer persönliches Lieblingsrezept?

    Moosbeernocken. Hierfür werden Mehl, Salz, Eier und Milch zu einem Teig verrührt und anschließend die Moos- (beziehungsweise Heidelbeeren) untergemischt. In einer flachen Pfanne wird Butterschmalz erhitzt. Zum Schluß werden kleine Häufchen in die Pfanne gesetzt, diese auf beiden Seiten hellbraun gebacken und mit Zucker bestreut.

  • Datum Interview

    August 2026

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