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BIO-Hof Familie Tockner

  • Schöder
Schöderberg 1
8844 Schöder

Steckbrief

  • Familienname
    Tockner Lukas
  • Region
    Murau
  • Tiere
    4 Kühe, 23 Ziegen, Hühner, Katzen
  • Produkte
    Heumilch, Ziegenmilch, Ziegenkäse: http://www.bioregionmurau.at/betrieb.php?company=12
  • BIO-Hof seit
    1990
  • In Familienbesitz
    seit 1954
  • Vollerwerb/Nebenerwerb
    Vollerwerb
  • Motto
    Small is beautiful - die Natur weiß genau, wie groß etwas sein darf.

Aus der Region Murau, Obdach, Seckauer Alpen

Die Region, wo alles begann und Zurück zum Ursprung seinen Ursprung nahm. Zur Rettung der wertvollen Heumilch startete das Projekt im Jahr 2006 hier mit einigen Murauer Milch-Bäuerinnen und -Bauern. Noch heute kommen großartige BIO-Heumilchprodukte aus dieser Region.

Interview

  • Ihr führt den Betrieb seit 21 Jahren biologisch. Was hat euch dazu veranlasst?

    Norbert Tockner: Wie unsere Ziegen bin auch ich von Natur aus sehr neugierig. So habe ich damals BIO-Bauern kennengelernt und war fasziniert davon, wie intensiv sie sich mit dem Landbau auseinandersetzten. Für mich ist das die einzige Form der Landwirtschaft, die man anwenden kann, ohne dass jemand Schaden davon trägt.

  • Wie hat sich eure Arbeit im Laufe der Jahre verändert?

    Norbert Tockner: Früher haben wir auch noch selbst Getreide angebaut. Und als ich ein Kind war, hatten wir nicht einmal einen Traktor. Es musste alles händisch gemacht werden. War hatten große Mühe, damit sich die ganze Arbeit rechtzeitig ausgeht. Heute geht alles relativ schnell. Und doch bleibt immer weniger Zeit!

  • Was ist das Schönste an eurer Arbeit, was ist schwierig?

    Norbert Tockner: Ein Vollerwerbsbetrieb bedeutet eine enorme Lebensqualität: wir können direkt von zu Hause aus und gemeinsam mit der Familie arbeiten. Wir haben hier einen wunderschönen Arbeitsplatz - wer hat das schon? Natürlich arbeiten wir 16 bis 18 Stunden am Tag, doch was man gerne macht, geht viel leichter.

    Es geht auch nicht immer alles glatt: zwischendurch gibt es eine Pechsträhne mit den Tieren oder dem Wetter. Die Hänge hier sind sowieso schwierig zu bewirtschaften - wenn es dann plötzlich regnet, ist es schwierig. Oder zu starke Trockenheit. Wenn es zu trocken ist, wächst das Gras nicht weiter.

    Doch die Welt besteht eben aus zwei Seiten. Und es gibt so vieles, wofür man dankbar sein kann. Das ist besser als nur das zu sehen, was nicht funktioniert. Es geht uns doch wirklich gut. Wenn du dankbar bist, geht´s dir immer gut.

  • Ihr habt vier Kühe und 23 Ziegen - habt ihr überlegt, größer zu werden?

    Norbert Tockner: Es ginge sich von der Fläche her gar nicht aus. Und ich möchte auch gar nicht größer werden. Ich mache lieber mit wenig etwas Spezielles. Small is beautiful! Es geht immer um die richtige Größe. Die Natur weiß genau, wie groß etwas sein darf - Bienen, Vögel, die Ameisen. Der Mensch hat vergessen, wie groß etwas sein darf, damit es funktioniert. Mit der Geschwindigkeit ist es auch so. Heut geht alles zu langsam - hier stimmt doch irgendetwas nicht!

  • Wie sieht die Zukunft der Milchbauern aus?

    Norbert Tockner: Viele hören auf und stellen auf Mutterkuhhaltung um. Für kleine Betriebe ist es oft einfach zu umständlich. Der Milchwagen holt die Milch nicht ab und wir müssen sie jeden Tag zur Sammelstelle bringen.

  • Was ist für euch das Besondere an Murau?

    Norbert Tockner: Dass alles so ursprünglich ist! Ich finde, dass die Menschen, die hier leben, erkennen, dass es etwas wert ist, dass die Gegend nicht so vermarktet sein muss. Das Gebiet ist eher für Individualisten. Wenn du im Sommer auf die Alm gehst kann es gut sein, dass du ganz alleine bist.

  • Was macht ihr in eurer Freizeit?

    Norbert Tockner: Das kommt nicht so oft vor. Zwischendurch geht´s auf die Alm oder zu Besuch bei Geschwistern. In Urlaub zu fahren ist für uns etwas ganz seltsames. Voriges Jahr war ich zum ersten Mal am Meer. Ich war zu Besuch bei Bekannten im Peloponnes. Der Bio-Betrieb, von dem ich das Olivenöl für unseren Ziegenkäse bekomme, hat mich eingeladen. Für mich ist es wichtig, zu wissen, wo die Produkte herkommen - das ist auch Zurück zum Ursprung.

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