Warum Bio? Kann uns Bio ernähren?

Der Energieaufwand in Relation zur Produktivität ist bei der biologischen Landwirtschaft bis zur Hälfte geringer als in vergleichbaren konventionellen Anbauweisen. Die Ressourcennutzung von biologischen Anbausystemen ist somit viel effizienter.

Italienische Wissenschaftler verglichen mehrere Studien über die Energieeffizienz von konventioneller und biologischer Landwirtschaft miteinander. Beim Großteil war der Ökolandbau um 10 bis 70% energieeffizienter pro Hektar und um 15 bis 45% effizienter pro Tonne Ertrag. Diese gravierenden Unterschiede ergeben sich durch den Verzicht auf Stickstoffdünger, der bis zu 50% des Energieverbrauchs ausmachen kann, den Verzicht auf andere Mineraldünger, geringere Verwendung von energieaufwendigen Futtermitteln und das Verbot von Pestiziden und Herbiziden. [1]
Wenn die biologische Anbauweise optimiert durchgeführt („Best Practice Management“), geeignete Feldfrüchte gewählt und die Stickstofflimitierung weitestgehend ausgeschaltet werden, zieht sie in Bezug auf den Ertrag mit der konventionellen Landwirtschaft fast gleich. [2]
Laut einer großangelegten Studie des FiBL Schweiz sind Bio-Betriebe außerdem besser in der Lage, sich an unberechenbare Wetterschwankungen anzupassen [3].

Bio ist nachhaltig besser

Ökonomischer Wert

In Neuseeland berechneten Wissenschaftler den ökonomischen Wert von konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Sie bezogen mehrere sogenannte Ökosystemdienstleistungen in die Berechnung ein:
Biologische Schädlingsbekämpfung, Mineralisierung von Pflanzennährstoffen, Bodenbildung, Nahrung, Rohstoff, CO2-Speicherung, Stickstofffixierung, Bodenfruchtbarkeit, Wasserverfügbarkeit, Bestäubung, Windschutz und Erholungswert.
Der Wert der Ökosystemleistungen war in der biologischen Landwirtschaft deutlich höher. [4]

CO2

Biologischer Landbau kann als CO2- Senke dienen. Wenn ganz Europa alternativ bewirtschaftet würde, könnte 0,8% des weltweiten CO2 im Boden gebunden werden. Würde man den Boden nicht mehr mechanisch bearbeiten, könnte man die weltweite CO2- Emission um 5 -15% reduzieren [1].

Zurück zum Ursprung achtet daher auf eine ausgewogene und standortangepasste Fruchtfolge. Dabei wird auch der Einfluss von Humusmehrern und Humuszehrern zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit berücksichtigt.

Wasser

Die biologische Landwirtschaft gilt unter den derzeit in Mitteleuropa praktizierten Landbewirtschaftungssystemen als die umweltfreundlichste, so leistet sie auch einen aktiven Beitrag zum Grundwasserschutz. Da keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, ist eine Kontamination des Grund- und Trinkwassers durch diese Stoffe ausgeschlossen.
Auch die Nitratbelastung des Grundwassers ist wegen des Verzichts auf Mineraldünger geringer. [5]

Bei Zurück zum Ursprung kommen grundsätzlich keine konventionellen organischen Zukaufdüngemittel zum Einsatz – insbesondere solche mit schnellverfügbaren Nährstoffen nicht.

Biodiversität

Die pflanzliche und tierische Vielfalt ist eine der Voraussetzungen, um die menschliche Ernährung zu sichern. Nur vielfältige Nutzpflanzen werden den Bedarf an abwechslungsreicher und gesunder Nahrung decken können. Pflanzen, die weniger unter Schädlingen und Krankheiten leiden, möglichst wetterunabhängig sind und zu verschiedenen Jahreszeiten hohe Ernteerträge liefern, sind angesichts wachsender Weltbevölkerung und des Klimawandels besonders wichtig.
Daher setzt Zurück zum Ursprung auf die Erhaltung alter Sorten und Rassen.

Boden

Bei biologischer Landwirtschaft ist die Humusschicht dicker und die Bodenerosion geringer. Über lange Zeit ist sie effektiver, da die Bodenproduktivität erhalten bleibt. [6] Durch bessere Böden sind biologische Felder in extremen Trockenjahren viel produktiver als konventionelle. In der Zeit des Klimawandels sind solche Erkenntnisse besonders wichtig. [7]
Gleichzeitig macht der bessere Boden Pestizide überflüssig. Beim Vergleich von biologischen und konventionellen Tomaten hatten erstere deutlich weniger Krankheiten. [8]

Bei Zurück zum Ursprung ist eine ausgewogene und standortangepasste Fruchtfolge vorgeschrieben um einseitigen Belastungen des Bodens (Bodenmüdigkeit), verstärktes Auftreten von Schädlingen und Fruchtfolgekrankheiten zu minimieren. Dabei wird auch der Einfluss von Humusmehrern und Humuszehrern zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit berücksichtigt (Gesunde Böden bei Zurück zum Ursprung).

Pestizide

Pestizide können eine Vielzahl an Krankheiten auslösen, wie Asthma, Krebs etc., das Immunsystem schwächen, neurologische Veränderungen hervorrufen, sich auf die Reproduktion des Menschen auswirken und vieles mehr. [9] Bauern sind den Pestiziden am meisten ausgesetzt. Auch auf die, für die Bestäubung so wichtige Honigbiene nehmen Pestizide einen starken Einfluss. Selbst eine nicht letale Dosis an Thiamethoxam (Neonicotinoides Pestizid) kann eine Bienenkolonie zum Kollabieren bringen. [10]

Bei Zurück zum Ursprung sind einige Pestizide, welche bei herkömmlichem Bio eingesetzt werden, nicht gestattet.

Antibiotika

In der konventionellen Viehwirtschaft kommen Antibiotika in großen Mengen zum Einsatz. Viele werden vorbeugend und nicht im Falle von Krankheiten eingesetzt. Dies führt zu immer mehr Antibiotikaresistenzen bei Krankheitserregern, was durchaus auch in der Humanmedizin relevant ist. [11]

Bei Zurück zum Ursprung bedeutet das, dass Antibiotika nur nach Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Arzneimittel und auf Anordnung des Tierarztes verabreicht werden. Die Wartezeiten, bis beispielsweise die Milch und Eier wieder verwendet werden dürfen, werden eingehalten beziehungsweise bei Zurück zum Ursprung sogar verlängert. Behandelte Tiere werden entsprechend gekennzeichnet.

Weitere Infos

[1] (Gomiero et al. 2008)
[2] (Seufert et al. 2012)
[3] (Niggli et al., 2007, FiBL)
[4] (Sandhu et al. 2008)
[5] (Kratochvil & Plakolm 2002)
[6] (Reganold et al. 1987)
[7] (Mäder et al. 2002)
[8] (Drinkwater et al. 1995), (Vasilikiotis 2000)
[9] (Sanborn et al. 2004)
[10] (Stokstad 2012)
[11] (Khachatourians 1998)