Wie und von wem wird der Mehrwert für die Region berechnet?

Der Mehrwert für die Region wird vom unabhängigen Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) berechnet. Es wurde 1973 in der Schweiz ins Leben gerufen und ist die weltweit führende, renommierteste Forschungseinrichtung für biologische Landwirtschaft mit Forschungskompetenz. Als Forschungs-, Beratungs- und Dokumentationszentrum für die internationale Entwicklung der biologischen Landwirtschaft ist FiBL daher wissenschaftlich wegweisend. Seit 2009 berechnet FiBL Österreich die Nachhaltigkeitswerte der Zurück zum Ursprung Produkte und Landwirtschaft und vergleicht diese mit herkömmlichen .

Das Berechnungsmodell analysiert den möglichen Mehrwert für eine Region, der bei der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln in Österreich entstehen kann. Es fasst dabei 28 wichtige Indikatoren, die für einen möglichen Mehrwert in der Region wichtig sind, in einer Zahl zusammen. 

Hierzu zählen vier Bereiche:

  1. die regionale Wertschöpfung (der ökonomische Mehrwert für die Region), die ein Produkt erzielt
  2. die regionale Resilienz[1]: die Auswirkungen, die die Herstellung und der Vertrieb des jeweiligen Produktes auf die Nachhaltigkeit in der Region mit sich bringt, v.a. aus sozioökonomischer Sicht betrachtet
  3. die betriebliche Resilienz: diese bewertet die produzierenden Betriebe und Verarbeiter  (z.B. Biobetriebe, Molkereien) aus Sicht wichtiger sozioökonomischer Kriterien der Nachhaltigkeit
  4. die Produkteigenschaften: Hierzu zählen unter anderem:

    • die Art der landwirtschaftlichen Produktion (ob Bioprodukt/konventionelles Produkt), sodass auch die Brücke zur Ökologie da ist (die ja mit CO2-Rucksack, Wasserverbrauch und Biodiversität extra bewertet wird)
    • der Beitrag zur regionalen Identitätsstiftung durch das Produkt
    • die Transparenz in der Herstellung (betrifft u.a. die Beziehung zwischen Bauern und Konsumenten)

Mit dem innovativen Nachhaltigkeitswert macht Zurück zum Ursprung transparent, was Regionalität im Detail bedeutet und was sie wirklich bringt – also in welchem Ausmaß die Herkunftsregion von einem Zurück zum Ursprung Produkt im Vergleich zu einem konventionellen Produkt profitiert.

  • Milchprodukte: 51 - 80 % Mehrwert für die Region
  • Brot und Gebäck: 30 - 64 % Mehrwert für die Region
  • Obst: 53 – 83 % Mehrwert für die Region
  • Gemüse: 31 - 93 % Mehrwert für die Region

[1] Umschreibungen für Resilienz: Robustheit, Erhaltung von Handlungsmöglichkeiten vor allem bei ökologischen, ökonomischen oder sozialen Belastungen und in Krisenzeiten, Krisenresistent, ermöglicht auch in Krisen ökonomisch und ökologisch dauerhaft sowie sozial fair zu handeln

 Wodurch entsteht ein Mehrwert für die Region?