365 Tage Auslauf im Freien

Das Hausrind ist eines der ältesten Nutztiere und wird seit über 10.000 Jahren von Menschen gehalten. Trotz dieser Domestizierung haben sich seine angeborenen Ansprüche an die Haltung kaum verändert und definieren das, was heute unter „artgerechter Haltung“ verstanden wird: wiederkäuergerechtes Futter mit einem hohen Anteil an Raufutter und Bewegung. Prüf Nach! hat sich mit dem Thema Bewegung genauer auseinander gesetzt, denn bei den Haltungsformen reduziert sich die Diskussion bisher leider nur auf einen Stallsystemvergleich zwischen Laufstall und Anbindestall. Dabei wird ein ganz entscheidender Faktor für die wiederkäuergerechte Haltung – der untrennbar mit der Fütterung zusammenhängt – übersehen: der Auslauf ins Freie bzw. die Weidehaltung.
Die Weidehaltung ist seit dem Start von Zurück zum Ursprung untrennbar mit der Arbeit der Bergbauern, ihrer Heumilchwirtschaft und auch mit dem Tierwohl verbunden. Alle Faktoren gemeinsam bilden die tragenden Säulen der Marke für ihre hochwertige Trinkmilch und Milchprodukte.

Warum Weide? Kurz und knapp: Weil es einen wesentlichen Unterschied für das Tier macht, ob es sich auf einem natürlichen Untergrund bewegt oder einem Stallboden.

Und ob es sich auf einer Weide oder Alm sein Futter selbst suchen kann und das natürliche Sozialverhalten in der Herde besser ausgelebt werden kann. Natürlich gibt es eine Vielzahl von genau beschriebenen Gründen, die Tierärzte und Wissenschafter kennen, warum die Weide oder Alm so wichtig sind für die Gesundheit der Tiere.


Einerseits bewegen sich die Kühe auf der Suche nach frischem, nährstoffreichem Futter in Form von Gräsern und Kräutern auf natürlichem, unbefestigten Boden, was ihrem Körper und den Gelenken gut tut. Um zu grasen, nehmen Sie eine Position ein, die sich positiv auf den Bewegungsapparat auswirkt, ebenso wie Außenklimareize, z.B. frische Luft, Wind, Sonne, Schnee. Die Sonneneinstrahlung regt besonders die Bildung von Vitamin D an. Zusätzlich nehmen Tiere, die auf Hochalmen und –weiden grasen Futterpflanzen mit einem höheren Nährstoffgehalt zu sich – Superfood also für unsere Kühe. Die Alpenflora muss den großen Herausforderungen wie etwa rauem Klima, Höhenlage, hohen Temperaturschwankungen, Bodenverhältnisse, etc. gewachsen sein. Die Pflanzen in diesen Höhen sind daher widerstandsfähiger gegen kalte Nächte und heiße Tage. Der Nährstoffgehalt der Almpflanzen kann demzufolge um 1/3 höher sein als bei den Gräsern und Kräutern in Tallagen. Das liegt daran, dass die Pflanzen kleiner und gedrungener wachsen und die Nährstoffe in konzentrierterer Form in ihnen vorkommen.
Das alles wirkt sich nicht nur positiv auf die Tiere aus, sondern auch auf die Inhaltsstoffe unserer wertvollen Bio-Milch. Daher ist Weidehaltung bei Zurück zum Ursprung verpflichtend – egal in welchem Stallsystem die Kühe gehalten werden. Insgesamt verbringen unsere Kühe mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide oft bis 200 Tage.

Täglich Auslauf ins Freie – um die positiven Effekte der Weide zu erhalten

Im alpinen Grünland ist Weide und Alpung natürlich nur beschränkt während der Vegetationszeit möglich. Es sind kaum mehr als 180 bis 200 Weidetage möglich. Was ist dann an den restlichen 185 bis 165 Tagen, werden wir oft gefragt. Die positiven Auswirkungen des Weidebetriebes können auch über regelmäßigen Auslauf auf befestigten Flächen, also ohne Weide, zumindest teilweise erreicht werden. Die tägliche Bewegung im Freien und die damit verbundenen Aussenklimareize (frische Luft, kalt und warm, Sonne, Regen, Schnee und Wind)  wirken sich weiterhin positiv auf die Tiergesundheit aus und machen die Tiere robuster und resilienter.

Übersicht

Zusammengefasst und auf einen Blick machen diese Standards für unsere Bergbauern Bio-Heumilch Bergbauern Bio-Milch zur wertvollsten Milch* im Kühlregal.

  • Mindestens 120 Weidetage verpflichtend, viele Betriebe erreichen über 200 Weidetage
  • natürliche Futteraufnahme auf der Wiese
  • Täglich Auslauf im Freien
  • Wiederkäuergerechte Fütterung

    • 75% Rauhfutter in der Ration
    • max. 15 % Kraftfutter
    • Sojafreie Fütterung

  • Tierwohlcheckliste für Eigenerhebung
  • Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst
  • Zucht:

    • Verbot von Qualzucht wie Weißblauer Belgier
    • Zuchtempfehlungen für standortgerechte Genetik

  • Mensch-Tierbeziehung in familiären bergbäuerlichen Strukturen
  • Tierwohlbeirat zur Weiterentwicklung des Tierwohlverständnisses
  • Tierwohl kontrolliert“ durch den Verein !Zukunft Tierwohl!
  • Jährliche Beurteilung der Tiergesundheit durch Tierärzte


 *Der Prüf Nach!-Standard für Milchkühe geht weit über die EU Bio-Verordnung hinaus sowie auch über die Anforderungen des ARGE Heumilch Regulatives.