Die Bio-Revolution und der Lebensmittelhandel

Zu Beginn der 1990er Jahre haben sich nur wenige ÖsterreicherInnen von biologischen Lebensmitteln ernährt – es gab sie nur in wenigen kleinen Läden, die biologische Lebensmittel anboten. Das neu gestaltete Fördersystem für biologischen Landbau hat es aber damals für viele Bauern lohnend gemacht, ihre Produktion auf Bio umzustellen. Und so wuchs das Angebot für biologische Lebensmittel, obwohl es kaum Verkaufsstellen dafür gab. 

Aus dieser Situation heraus hat Werner Lampert 1993/94 die Idee geboren, Bio zu einer breiten Bewegung zu machen und biologische Nahrungsmittel dort anzubieten, wo die meisten ÖsterreicherInnen ihren Lebensmitteleinkauf tätigen - beim Lebensmittelhandel. Mit Erfolg. Der Lebensmittelhandel hat zu Beginn der 1990er Jahre das große Potenzial der Bio-Bewegung für KonsumentInnen, Produzenten und auch den Handel erkannt und diese Idee gefördert. Ohne diesen Schritt wären biologische Lebensmittel heute keine Erfolgsgeschichte.

Erst durch den Einzug von Bio-Produkten in den Lebensmittelhandel wurde Bio zu einer breiten Bewegung. Davon haben die Bio-Verbände, die Bio-Bauern, die biologischen Ab-Hof-Vermarkter sowie die Naturkostläden profitiert. Bio war fortan nicht mehr eine Idee einer kleinen Gruppe, sondern wurde zu einem großen Gedanken und einer erfolgreichen Bewegung.

KONTROLLIERTE QUALITÄT

Die Qualität des biologischen Landbaus ist durch die Partnerschaft mit dem Lebensmittelhandel massiv verbessert worden. Denn erst durch diese Partnerschaft von Bio-Bauern und professionellem Qualitätsmanagement mit durchgängigem Kontrollsystem, unangemeldeten Überkontrollen, intensivierten Schadstoffanalysen und Einsatz der Lebensmittelanalytik konnten österreichische Bio-Produkte ihre hervorragende Qualität erlangen.

Durch diese Verstärkung der Kontrollen und Analysen ist auch die Qualität des biologischen Landbaus  weiter gestiegen. Dass wir heute bei Zurück zum Ursprung zum Beispiel Babyfood-Standard anbieten können, verdanken wir der gemeinsamen und laufenden Arbeit an der Produktqualität gemeinsam mit unseren Produzenten.

Die österreichische Landwirtschaft hat durch die positive öffentliche Wahrnehmung des biologischen Landbaus auch ein neues positives Image erhalten. Und die Bauern haben im Lebensmittelhandel verlässliche Partner und Abnehmer gefunden. Bio-Heumilchbauern beispielsweise hätten wohl kaum eine Abnahme- und Preisgarantie erhalten, wenn die Bio-Bewegung klein geblieben wäre. Nur in der Partnerschaft zwischen Bio-Bauern und Lebensmitteleinzelhandel ist Bio zu einer dynamischen und starken Bewegung geworden.

EINKAUFEN MIT VERANTWORTUNG

Die Bio-Bewegung hat seit 1994 eine enorme Bewusstseinswandlung ausgelöst. Den Menschen wurde bewußt, dass es eine andere Lebensmittelqualität gibt, dass es eine andere Landwirtschaft gibt, dass es Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft gibt. Und die Konsumentinnen und Konsumenten erkannten, dass sie mit dem Kauf von Lebensmitteln auch Verantwortung übernehmen, dass das Wohl der Bauern und die Art und Weise, wie Landwirtschaft betrieben wird, von ihrem Einkauf abhängig ist.