Anzucht von Jungpflanzen

Selbst gezogene Pflanzen aus Samen sind an die vorhandenen Licht-, Wärme- und Luftverhältnisse in ihrer Umgebung optimal angepasst und dadurch meist robuster, als gekaufte Pflanzen.

 

Das Anzüchten von Pflanzen aus Samen erfolgt in drei Schritten:

  • Vorkultivieren
  • Pikieren
  • Auspflanzen.

Ein guter Platz für die Anzucht von Pflanzen aus Samen ist das Fensterbrett. Alternativ kann auch ein spezielles Anzuchtset verwendet werden. Ein professionelles Anzuchtset ist aber nicht unbedingt notwendig um erfolgreich Pflanzen aus Samen zu ziehen.

Wichtig beim Anzüchten von Pflanzen ist die richtige Temperatur – es darf nicht zu kalt sein, denn bei Kälte keimen die Pflanzen nur sehr langsam oder sogar gar nicht mehr. Ein Fensterplatz, mit Sonnenschein tagsüber, ist der ideale Platz für die Anzucht von Pflanzen aus Saatgut.

Man benötigt eine flache Schale, Anzuchterde (nicht gedüngte Erde) und eine Klarsichtfolie zum Abdecken für das Anzüchten von Samen.

1. Vorkultur

  • Samen verteilen: Die Samen auf der Erde verteilen. Samen von Dunkelkeimern, wie Paprika, Chili, Tomaten, Melanzani, Zucchini und Kürbis, müssen mit etwas Erde (1,5 – 2 fache Stärke der Samen selbst) bedeckt werden, da sie nicht bei Tageslicht keimen können.
  • Die Erde auf bzw. in der sich die Samen befinden, wird mit lauwarmen Wasser befeuchtet.
  • Die Gefäße mit einem Stück Klarsichtfolie abdecken.
  • Das Aussaatgefäß immer gleichmäßig feucht halten und auf eine ausreichende Belüftung (Belüftungslöcher) achten.

2. Sprösslinge pikieren

Als Pikieren bezeichnet man das Vereinzeln von zu dicht stehenden Sprösslingen.

Sobald sich die ersten Blattpaare (nach den Keimblättern) zeigen, kann pikiert werden. In der Regel ist dies nach 7- 10 Tagen nach der Keimung der Fall.

  • Die ca. 2 cm großen Keimlinge werden mithilfe eines Holzstabes, Essstäbchens etc. samt Wurzeln aus der flachen Aussaatschale gehoben.
  • Beim Herausnehmen der Pflänzchen werden die feinen Wurzeln dieser verletzt - dies ist gewünscht, denn dies regt die Bildung des Wurzelwachstums an.
  • Mit dem Holzstab werden Löcher in die neuen Pflanzgefäße gestochen, die Pflänzchen eingesetzt und die Erde angedrückt.
  • Die frisch eingesetzten Pflänzchen angießen. Dazu eignet sich am besten eine Gießkanne mit Brause.
  • Die pikierten Sprösslinge müssen an einem geschützten und warmen Ort, jedoch ohne direkte Sonnenstrahlung, stehen. Im Gegensatz zur Aussaat muss der Ort nun nicht mehr so warm sein wie das Fensterbrett.

3. Auspflanzen

Sobald die Pflanzen ca. 5 – 7 cm groß sind, ist es Zeit sie auszupflanzen. Die Auspflanzung sollte an einem schattigen, nicht zu heißen Tag, erfolgen. 

  • Kurz vor dem Auspflanzen stellt man die Gefäße mit den Pflanzen in ein Wasserbad.
  • In die Erde wird ein ausreichend tiefes Loch gegraben und die Jungpflanze mit den Wurzeln eingesetzt.
  • Beim Setzen von mehreren Jungpflanzen nebeneinander muss darauf geachtet werden, dass genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten wird – nur so können die Pflanzen gut gedeihen.
  • Nach dem Setzen muss die Jungpflanze ausreichend gegossen werden.