Familie Mühl und die Karotten!


Johannes Mühl, seine Frau Claudia, die Kinder Luis (10) und die Zwillingsbrüder Armin und Raffael (4,5) lieben Karotten. Und das ist gut so, denn sie sind einer unserer Ursprungs-Familien, die uns mit köstlichen Bio-Karotten versorgen. Aber von ganz vorne.

Anfang November besuchten wir an einem herrlichen Sonnentag den Biohof Mühl im Marchfeld. Der sehr freundliche Johannes Mühl begrüßte uns gut gelaunt vor seinem Hof. Wir fuhren gleich weiter auf die Felder, denn die Karottenernte war voll im Gange. Schon erzählt er uns, dass seine Mutter den Hof geführt hat, sich aber nicht traute, auf Bio umzustellen. Bevor Johannes seinen eigenen Hof übernahm, hatte er Spitzmittel verwendet. Am Abend tat ihm die Lunge so weh, dass er Schwierigkeiten beim Atmen hatte. Er konnte das nur auf das Spitzmittel zurückführen. Das war der ausschlaggebende Punkt für den gelernten Gemüsebaumeister, Bio-Bauer zu werden. Die beste Entscheidung seines Lebens, wie er im weiteren Gespräch erwähnt. Er hat sich zwar kurz gedacht, dass er ja, falls es nichts wird, wieder "zurück" kann. Nach einigen Gesprächen mit Kollegen war er aber überzeugt und der Gedanke zurück zu wollen kam ihm nie wieder. Deshalb sind wir in der glücklichen Situation, seine hervorragenden Bio-Karotten von ihm beziehen.

An der biologischen Landwirtschaft gefällt ihm, dass die Arbeit nie die Gleiche und eine tägliche Herausforderung mit der Natur ist. Außerdem, dass er längerfristig und präventiv denken und handeln kann. "Heuer gab es eine extrem lange Trockenphase, die uns an unsere Grenzen gebracht hat. Bei Karotten ist "aufgehen" (die Keimen der Saat) das Wichtigste. Wenn sie zu wenig Wasser bekommen, kann es ganz schnell vorbei sein," nennt er als Beispiel, was Herausforderung im Gemüsebau bedeutet.

In der Zwischenzeit bewirtschaftet er 59 ha, wovon die Hälfte für Weizen- und Dinkelanbau verwendet wird. Auf 20% seiner Fläche gedeihen Bio-Karotten und auf den restlichen 30% wachsen Leguminosen (Soja, Ackerbohnen). Diese Hülsenfrüchte dienen zum Humusaufbau. Deshalb baut Johannes seine Karotten immer wieder wo anders an, damit die Fruchtfolge gewährleistet bleibt.

Bei all seiner Bescheidenheit ist er auch stolz auf seine Arbeit. Bei einer Untersuchung wurde festgestellt, dass der Humusgehalt seiner Böden steigt.

Es trifft sich gut, dass sein Steckenpferd der Boden ist und das Thema seiner Meisterarbeit "Landwirtschaftliche und arbeitstechnische Auswirkungen einer Umstellung auf biologische Landwirtschaft" war. Dieses Wissen und die Erfahrung als Ursprungs-Bauer werden ihm nützlich sein, bei einer sehr interessanten Aufgabe, zu der er eingeladen wurde. Johannes Mühl wird in Burkina Faso Hilfestellung bei der Optimierung eines landwirtschaftlichen Projektes geben. Dafür ist er im Jänner 2018 für eine Woche in Afrika. Den restlichen Winter setzt er sich mit Aufarbeitung der vergangenen und der Planung der neuen Saison auseinander. Wir freuen uns schon jetzt wieder auf die neue Ernte der besten Bio-Karotten, die wir je gegessen haben!

Und seine Buben sind wieder mit Begeisterung bei der Ernte dabei!