Bio-Bauernhof
Familie Frewein
Dr.Eduard Ehrlich-Weg 7
8714 Kraubath

Steckbrief

Familienname Anton und Agata Frewein
Hofname Seitzerhof
In Familienbesitz seit 1930
Biobetrieb Seit 1980
Bewirtschafter seit 1966 - dem 18. Lebensjahr
Familienmitglieder 3 Töchter; gemeinsame Tochter Karla, 6 Jahre
Region Steirisches Bergland
Vollerwerb/Nebenerwerb Vollerwerb
Anzahl der Tiere 18-20 Kühe, 15-20 Stück Jungvieh. Mehr will ich gar nicht, das ist genau richtig!
Sonstige Produkte Getreide (Dinkel, Weizen, Roggen), Erdäpfel

Anton Frewein, Sie haben Ihren Betrieb schon vor 30 Jahren auf Bio umgestellt. Wie kam es dazu?

Bis ich ca. 17 Jahre alt war - also Mitte der 60er Jahre, wurden weder Kunstdünger noch Spritzmittel verwendet. Damals wurde ganz selbstverständlich biologisch gewirtschaftet.
Als ich begann, die Fachschule zu besuchen, war jedoch alles auf Fortschritt und Mehrertrag ausgerichtet: mehr Tiere, mehr Umsatz, mehr Arbeit. Durch den Einsatz von Stichstoffdünger war dieser Mehrertrag auch möglich. Wer nicht mitmachen wollte, wurde fast als Gefahr für die Gesellschaft angesehen.
Doch dann stieß ich auf die sogenannte Mareiner Gruppe, Pioniere des steirischen Bio-Landbaus, aus der 1980 der Bio-Verband Bio Ernte Steiermark hervorging. In ihren Vorträgen wurde meine Kindheit wieder erweckt und ich wusste, dass das der Weg war, den ich einschlagen wollte. Für mich war diese Begegnung ein echtes Aha-Erlebnis.

Und Sie sind nach wie vor davon überzeugt?

Auf jeden Fall! Mir ist es lieber, eine geringere, doch sichere Ernte einzubringen, als allein auf den Ertrag hin zu wirtschaften. Auf Dauer gesehen fahre ich so auch eine sehr stabile Ernte ein. In der biologischen Landwirtschaft baut die Pflanze in sich weniger Wasser ein. Die Sonne muss das Wasser nicht erst entziehen, die Pflanzen reifen schneller und dadurch ist eine relativ frühe Ernte möglich. Bei langen Regenperioden ist das zum Beispiel ein Vorteil.

Wie sieht es mit Bio heute aus?

Mir kommt vor, es fehlt manchmal der Idealismus. Auch bei Bio ist heute vieles auf Maximierung ausgerichtet. Für mich ist es wichtig, mit voller Begeisterung dabei zu sein, Neues auszuprobieren und den Aha-Effekt immer wieder zu erleben.

Sie betreiben eine Kreislauftwirtschaft - worauf müssen Sie dabei achten?

Bei der Kreislaufwirtschaft ist es das Um und Auf, aufs Ganze zu schauen. Ich bin davon abhängig, dass es den Tieren gut geht und die Qualität der Böden stimmt. Daher muss ich gut darauf Acht geben.
Die Wiesen sind das Hauptfutter für die Tiere und es ist wichtig, nicht mit zu schweren Maschinen hineinzufahren. Ich muss sie in einem gutem Zustand halten und zum richtigen Zeitpunkt mähen.
Die Kuh wiederum ist der wichtigste Garant für fruchtbare Böden. Der Komposthaufen ist sozusagen die Goldgrube des Bauern. Er ist die Grundlage für die Getreidefelder und Wiesen. So hängt alles zusammen und ist voneinander abhängig.

Was gefällt Ihnen an Zurück zum Ursprung?

Werner Lampert hat mit diesem Projekt sehr viel in Bewegung gesetzt! Ich möchte ihm ein großes Danke aussprechen! Mit unserem Betrieb hatten wir auch sofort die Möglichkeit, einzusteigen. Die Auflagen wie Weidehaltung und Futter vom eigenen Hof erfüllten wir ohnehin, daher gab es keine Probleme. Und dass ein höherer Bio-Milchpreis gesichert ist, ist ein besonderer Anreiz.

Was gefällt Ihnen an der Region?

Ich genieße die Vielfalt, die hier herrscht: die Berge, die gute Luft, die Natur. Der Hof ist sehr schön gelegen und ich habe viel Grund, auf dem ich anbauen kann, was ich brauche. Viele Arbeitsplätze sind durch den Tourismus und die gut funktionierende und gepflegte Landwirtschaft gesichert. Eine Zukunftsvision ist es, Sonnenenergie in Zukunft stärker einzusetzen und energieautark zu werden.

KUNDENSTIMME

Ein dickes Lob für den Weizenlandler. Ein fantastisches Brot!

Jürgen S.