Inhaltx

INTERVIEW MIT MARIA BERGER
Wollten Sie schon immer Bergbäuerin werden?
Als Kind wollte ich eigentlich nicht Bäuerin werden, weil ich dachte, die Arbeit ist zu schwer. Doch seit ich den Hof 1988 von meinem Vater übernommen habe, kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Ich bin aus Liebe Bio-Bäuerin.
Ihr Betrieb liegt auf 1.040 m Seehöhe, die meisten Hänge sind steil und kaum mit Maschinen zu bewirtschaften. Wie machen Sie das?
Wir haben sehr viel händisch zu bearbeiten, vieles ist nur mit der Sense zu machen. Doch an sich ist Sensenmähen viel praktischer als alles andere. Wenn man es beherrscht, ist es überhaupt keine Mühe. Es sind tolle Bewegungen. Für den Boden ist es die sanfteste Möglichkeit zu mähen und bringt außerdem eine große Pflanzenvielfalt.
Welche Pflanzen sind hier zu finden?
Sehr viele – die Vielfalt macht das Besondere aus! Spitzwegerich und Rotklee sind für die Fruchtbarkeit sehr gut, der Löwenzahn zum Ausleiten, Frauenmantel für die Kühe. Die kleine Bibernelle ist auch sehr gesund. Man sagt ja, "Iss Kranawet und Bibernell, steh auf und stirb nicht so schnell". Blutwurz, Klappertopf, Labkraut, Wiesenbocksbart, Zittergras. Ich kann gar nicht aufzählen, wie viele verschiedene Kräuter und Gräser es hier gibt.
Was ist das Wichtige bei einer gesunden Kräuterwiese?
Wichtig ist nicht, dass von einem guten Kraut viel drinnen ist, sondern von vielen Kräutern ein wenig. Bei uns kommen die vielen verschiedenen Pflanzen auch alle von selbst, wir brauchen nichts einzupflanzen. Was die Natur selbst hervorbringt, ist viel kräftiger.
Wie oft im Jahr mähen Sie?
Wir mähen zwei Mal pro Jahr. Der erste Schnitt ist im Frühsommer, der zweite im Herbst. Beim ersten Schnitt steckt in der Pflanze die größte Kraft und es sind auch die meisten Mineralstoffe enthalten. Mein Vater hat schon immer gesagt, dass sich die Pflanzen erst während der Blüte die Nährstoffe aus dem Boden holen. Darum mähen wir ein bisschen später und brauchen damit für die Tiere keine Mineralstoffmischung.
Sie geben auch Kurse im Sensenmähen?
Ja genau, wir halten Mähseminare ab. Es sind schon die tollsten Leute gekommen: Pfarrer, Geschäftsleute, Goldschmiede. Wenn sie einmal beim Mähen sind, sind die Leute begeistert. Manchmal kommen Manager zu mir und meinen, sie hätten sich nicht vorstellen können, dass Sensenmähen so ein tolles Gefühl sein kann. Es ist wie eine Therapie.
zurück







